Die Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Faid
Vom Ledereimer zum Feuerwehrfahrzeug
Von Oberbrandmeister Oliver Henrichs, im August 2004
Die Gemeinde Faid wurde, bevor es einen organisierten Brandschutz gab, mehrmals von fürchterlichen Feuersbrünsten heimgesucht. Im Jahre 1682 brannte das gesamte Dorf bis auf die Pfarrkirche ab.
Durch einen Blitzeinschlag während eines Gewitters am 13. Juli 1714 wurde das gesamte Dorf samt Pfarrkirche bis auf 4 Häuser ein Raub der Flammen. Damals waren noch alle Häuser aus Fachwerk mit Strohdächern hergestellt, welches bei Feuersbrünsten dem „roten Hahn“ reichlich Nahrung bot.
Einige Jahre später gab es den Erlass, dass alle Haushalte zum Kampf gegen das Feuer Ledereimer zur Löschwasserherbeischaffung vorhalten mussten.
Etwa um 1870 kaufte die Gemeinde Faid eine Feuerlöschspritze, nachdem ein Erlass vom 11. März 1850, eine neue Polizeiverordnung für Brandeinsätze in Kraft trat. Diese Handdruckspritze wurde mit Hilfe der Ledereimer mit Wasser gefüllt, welche in Eimerketten vom „Brandweiher“ zur Spritze gereicht wurden. Auf jedem Ledereimer stand der Familienname, so dass dieser nach einem Brand zum richtigen Besitzer zurückkam. Alarmiert wurde die Dorfbevölkerung bis zum Jahr 1940 durch die Feuerglocken (Sturmläuten) im Kirchturm und durch den Ruf „Feuer! Feuer!“
Am 31. März 1921, morgens gegen 3.00 Uhr, wurde von einem Landstreicher die Schwester von Nikolaus Oster während eines Einbruchs ermordet. Um die Spuren zu verwischen, wurde deren Haus angezündet. Da dieses Feuer so früh morgens gelegt wurde, konnte sich dieses unbemerkt ausbreiten. Außer dem Haus des Nikolaus Oster wurde auch das von Johann Rochulus ein Raub der Flammen. Nachdem man das Feuer entdeckt hatte, wurde die schon seit langem bestehende Pflichtfeuerwehr durch den Ruf „Feuer! Feuer!“ und die Kirchenglocken alarmiert. Sofort wurde die Spritze, der Requisitenwagen und sämtliche Einreißgeräte aus dem kleinen Spritzenhaus entnommen und zur Brandstelle von Hand gezogen. Die Dorfbevölkerung bildete aus ihren Ledereimern eine Eimerkette und befüllte so die Handdruckspritze. Zur Unterstützung kam, als das Feuer auch im Nachbardorf bemerkt wurde, die Löschmannschaft aus Dohr. Denn seit dem 29. April 1907 trat die Polizeiverordnung für den Kreis Cochem über Hilfeleistung bei Bränden in benachbarten Gemeinden in Kraft. Auch die Faider Wehr rückte hin und wieder nach Dohr aus, um wirksame Hilfe zu leisten.
Das Feuer vom März 1921 war wohl ausschlaggebend für die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr. Bei diesem Einsatz muss es zu einigen Missverständnissen und Fehlern in der Organisation und Feuerlöschtaktik gekommen sein. Denn bis 1924 gab es noch eine Pflichtfeuerwehr, zu der sich jeder männliche Einwohner vom vollendeten 16. bis zum 60. Lebensjahr einzugliedern hatte. Brandmeister der Pflichtfeuerwehr war immer der Bürgermeister, worauf es hin und wieder bei Brandeinsätzen zu Auseinandersetzungen und Kompetenzproblemen mit den Pflichtwehrmännern kam.
Um diesem Übel ein Ende zu bereiten, wurde im Jahr 1923 angeregt, eine freiwillige Feuerwehr mit gewähltem Brandmeister ins Leben zu rufen.
Am 10. August 1924 wurde dann die Freiwillige Feuerwehr Faid gegründet. Die Dorfchronik berichtet, dass sofort 60 Faider Bürger als aktive Feuerwehrmänner eintraten. Innerhalb eines Monats wurden etliche Neuanschaffungen getätigt.
Die Feuerwehr wurde jetzt in zwei Abteilungen aufgeteilt. Die erste Abteilung war die Spritzenmannschaft, welche die große Handdruckpumpe bediente und für das nötige Löschwasser verantwortlich war. Die zweite Abteilung war die Steigermannschaft. Diese führte die Rettung und Brandbekämpfung durch. Jeder Wehrmann erhielt einen Lederhelm mit Kamm, eine Uniformjoppe nach Vorschrift der preußischen Rheinprovinz und einen aus Hanf hergestellten breiten Uniformgürtel. Die Steiger erhielten zusätzlich eine Nackenschutzkappe, welche unter dem Helm getragen wurde, einen großen Hakengurt mit Beil, eine Steigerlaterne mit Kerze als Lichtquelle und eine Rettungsleine. Als Atemschutz wurde ein nasses Tuch vor Mund und Nase gehalten.
Im Gründungsjahr wurde auch ein neuer Schlauchwagen mit Schläuchen und Strahlrohren, zwei neue Hakenleitern und Einreißhaken angeschafft. Zur regelmäßigen Übung begab man sich zum ebenfalls neu erbauten Steigerturm am Brandweiher an der Provinzialstraße (heute Grundstück Fridolin Henrichs an der Kelberger Straße). Der zweite Brandweiher befand sich in der Dorfstraße. Diese Übungen wurden mit sehr viel Eifer und preußischem Pflichtbewusstsein abgehalten. Dennoch war es notwendig, dass bei Brandeinsätzen die Dorfbevölkerung mit Eimerketten die Löschwasserversorgung übernahm. Als erster Brandmeister wurde Wilhelm Reuter gewählt. Dieser wurde ausgebildet an der Preußischen Provinzialfeuerwehrlehranstalt in Koblenz und gab sein Wissen bei den Übungen an seine Wehrmänner weiter.
Die Feuerwehrgerätschaften wurden im Spritzenhaus (Standort wie heute) aufbewahrt. Die persönliche Schutzausrüstung hatte jeder Wehrmann zu Hause. Dieser Anzug wurde bei Feierlichkeiten zusammen mit der besten Sonntagshose stolz als Uniform, zusammen mit den Auszeichnungen aus dem ersten Weltkrieg getragen.
Das Spritzenhaus war aus rot/braun gebrannten Ziegelsteinen gemauert. Es hatte keine Fenster, sonder nur ein paar schmal gemauerte Belüftungsschlitze. Verschlossen war das Haus mit einem schweren, doppelflügeligen Holztor mit massivem Schloss. Das Spritzenhaus wurde nämlich auch als „Dorfgefängnis“ benutzt. Landstreicher und allerlei Gesindel wurden dort so lange eingesperrt, bis die Gendarmerie aus Cochem diese dort abholte.
Im Spritzenhaus stand lediglich die große vierrädrige, doppelwirkende Handdruckspritze, der Requisitenwagen (Schlauchwagen), Ledereimer, ein paar Einreißhaken, Leinen und Petroleumlampen. Das Haus war mit einem aus Schiefer gedeckten Satteldach, mit extra langen Überständen versehen. In diesen Dachüberständen wurden die Steiger- und Rettungsleitern gelagert.
Die Faider Wehr hatte bereits damals einen sehr guten Ruf. In alten Chroniken ist zu lesen, dass die Faider Brandschützer zu großen Bränden nach Dohr, Büchel und Gevenich gerufen wurden.
1927 wurde Faid an das vom Ulmener Maar kommende Wassernetz angeschlossen. Somit war nun die Brandbekämpfung wesentlich einfacher geworden. Es konnte von mehreren Hydranten aus Wasser mit dem Standrohr entnommen werden. Aber oftmals war diese Leitung defekt, so dass wieder Löschwasser aus den Brandweihern genommen werden musste.
1929 brannte das Wohnhaus Jahnen auf der Queter. Dies war die erste heiße Bewährungsprobe für die noch junge Feuerwehr.
1930 übernahm Fritz Henrichs das Amt als Brandmeister. Im darauf folgenden Jahr gab es einen Wohnungsbrand bei Philipp Fritzen. Durch den schnellen Einsatz der Wehr konnte das restliche Haus gehalten werden.
Im Jahre 1933 wurden die freiwilligen Feuerwehren in „Feuerschutzpolizei“ umbenannt und standen unter staatlicher Kontrolle.
1934 wurde Philipp Allard neuer Brandmeister. Ihm folgte 1938 Josef Feyen. In diesen Jahren waren lediglich kleine Brände zu löschen.
1940, als der zweite Weltkrieg bereits 1 Jahr über Europa wütete, wurden vom Reichsluftfahrtministerium verschiedene Anschaffungen getätigt. Die Faider Wehr bekam ein neues Alarmierungsmittel, eine Handsirene für den Luft- und Brandschutz, neue Schläuche, Gasmasken und eine zweiteilige Schiebeleiter aus Holz. Zu Beginn des Krieges wurden junge Männer ab dem 16. Lebensjahr in die freiwillige Feuerwehr „zwangsverpflichtet“, wie es dem Ehrenwehrführer Josef Steffens erging.
1940 brannte das Wohnhaus von Oswald Hennen in der Napoleonstraße.
1944 kam es im Entenpfuhl bei Emil Mund zu einem Großbrand. Hierbei half die gesamte Dorfbevölkerung bei den Löscharbeiten mit, weil viele Wehrmänner im Krieg waren. Ebenfalls 1944 mussten die wenigen vom Krieg verschonten Feuerwehrkameraden zu Rettungs- und Aufräumarbeiten nach verheerenden Bombardierungen bis nach Koblenz fahren.
1945 wurde Josef Gottfried Lescher als erster Brandmeister nach dem Krieg zum Dienst bestellt. Unter seiner Führung wurden 1950 die Löscharbeiten beim Brand des „Backes“ geleitet. Auf Befehl der damaligen französischen Besatzungsmacht durfte die Personalstärke der nun wieder freiwilligen Feuerwehr „Zugstärke“ (21 Mann) nicht überschreiten.
1954 übernahm Werner Fritzen die Geschicke der Wehr. Unter ihm wurde die erste Motorbetriebene Tragkraftspritze TS 8/8 beschafft. Somit hatte die alte Handdruckspritze ausgedient und wurde ausgesondert. Man konnte erstmals ohne Muskelkraft Wasser aus den Löschbrunnen fördern.
1958 wurde Josef Steffens Wehrführer. In seiner Amtszeit bis 1969 waren zwei Großbrände (Wohnhaus Matthias Mund in der Stiergass sowie der Brand einer Feldscheune von Johann Henrichs) und unzählige Klein- und Mittelbrände zu verzeichnen. Die Faider Wehr musste ebenfalls oft zu Kaminbränden in die Cochemer Soldatensiedlung ausrücken.
1963 wurde das Amtsfeuerwehrfest in Faid ausgerichtet. Bei diesem Fest konnten die Faider sich besonders freuen, denn sie siegten im Wettbewerb TS 8/8 und wurden somit „Amtssieger“.
1968 richtete die Faider Wehr unter der Führung von Oberbrandmeister Steffens das Kreisfeuerwehrfest aus. Wegen seiner beispiellosen Aufopferungsbereitschaft für die Faider Wehr wurde Josef Steffens nach seiner Amtszeit als „Ehrenwehrführer“ ernannt.
Von 1969 bis 1974 war Paul Allard als Wehrführer tätig. Unter seiner Führung konnte 1973 das erste Feuerwehrfahrzeug in der Geschichte unserer Wehr beschafft werden. Es handelte sich um einen VW-Bus, Typ 2 mit 50 PS, Bezeichnung Tragkraftspritzenfahrzeug (T) mit 3 Sitzplätzen und einer feuerwehrtechnischen Beladung für eine Löschgruppe. Ebenfalls im Jahr 1973 konnte das neue Feuerwehrhaus feierlich eingeweiht werden. Dieses wurde viel größer gebaut, besitzt eine Toilette, eine Waschgelegenheit und Haken für die Aufnahme der persönlichen Schutzausrüstung. Bis dato hatte jeder Wehrmann seine persönliche Schutzausrüstung zuhause gelagert. Das Alarmierungsmittel änderte sich ebenfalls in diesem Jahr. Faid bekam eine elektrische Motorsirene auf das Dach der Volksschule montiert. Sollte die Feuerwehr irgendwo Hilfe leisten, so wurde der Wehrführer telefonisch verständigt, der dann zur Schule fuhr und die Sirene betätigte.
Unter Wehrführer Allard wurde 1974 die Jugendfeuerwehr Faid ins Leben gerufen. Ebenfalls in diesem Jahr feierte unsere Wehr ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Feuerwehrfest mit über 20 Gastwehren.
Ab 1974 leitete Alois Hammes die Geschicke der Wehr. Ebenfalls in diesem Jahr war eine große Verwaltungsreform. Die Ortsgemeinde war nicht mehr für den Brandschutz zuständig, sondern die Verbandsgemeinde Cochem-Land. In dem Jahr wurde der Kamerad Josef Hammes aus Faid als Wehrleiter der VG Cochem-Land verpflichtet. 1976 bekam die Wehr vier Stück umluftunabhängige Atemschutzgeräte zugeteilt. Somit konnten die Männer des Angriffstrupps unabhängig von der Umgebungsluft die in den Stahlflaschen gepresste Atemluft einatmen und brauchten keine giftigen Dämpfe mehr einzuatmen. Unsere Wehr wurde nun als „Hilfsstützpunkt“ eingestuft. Am 21. März 1979 hatte die Wehr 28 aktive Feuerwehrmänner zu verzeichnen. Alois Hammes übernahm während seiner Wehrführertätigkeit auch das Amt des ersten Jugendfeuerwehrwartes bis 1979. Im Jahr 1984 konnte das 60-jährige Gründungsjubiläum mit einem Feuerwehrfest gefeiert werden.
Von 1985 bis 1991 wurde Werner Schmitz als Wehrführer gewählt. In seiner Amtszeit wurde 1988 eine neue Tragkraftspritze, TS 8/8, angeschafft, 1989 wurde unter Schmitz der Verbandsgemeindefeuerwehrtag ausgerichtet. Bei den schweren Herbststürmen im Jahr 1990 waren mehrere Einsätze zu bewältigen.
Im Jahr 1991 gab es einen erneuten Führungswechsel. Berthold Berenz war nun als Leiter der Wehr gewählt worden. 1993 beim Jahrhunderthochwasser an der Mosel besetzte die Feuerwehr Faid die Alarmzentrale des Kreises in Faid. Bei diesem schlimmen Hochwasser waren auch die Faider Kameraden unermüdlich im Hochwassereinsatz tätig.
1995 wurde die neue Einsatzzentrale der VG Cochem-Land in Faid in Dienst gestellt. Die Faider Wehr besetzt diese bei größeren Einsätzen und koordiniert und alarmiert die Verbandsgemeindewehren. Ebenso wird seitdem die monatliche Probealarmierung der Sirenen und Funkmeldeempfänger von Faid aus getätigt. Im selben Jahr richtete die Faider Wehr den VG-Feuerwehrtag aus. Die Jugendfeuerwehr sowie die Seniorengruppe wurden Sieger im Wettbewerb TS 8/8.
Am 16.05.1996 kam es nachts im Wohnhaus von Karl Mund in der Dorfstraße zu einem Wohnhausbrand. Die Scheune und die Nachbarhäuser konnten durch einen massiven Angriff mit noch insgesamt 3 Feuerwehren gerettet werden.
Am 28.08.1996 verstarb plötzlich und unerwartet der Feuerwehrkamerad und Wehrleiter Josef Hammes. Mit ihm verloren die Wehren in der Verbandsgemeinde einen väterlichen Freund und einen sachkundigen Pragmatiker.
Das Jahr 1997 geht als das Jahr mit den meisten technischen Hilfeleistungseinsätzen in die Geschichte ein. Bei insgesamt drei Einsätzen waren zwei Personen nur noch tot zu bergen. 1997 konnte ein neues Feuerwehrfahrzeug in Dienst gestellt werden. Nachdem das alte Fahrzeug bei den TÜV-Untersuchungen durchfiel, wurde noch etwa 8 Monate das alte Fahrzeug der Ernster Wehr aufgebraucht. Schließlich konnte das neue Tragkraftspritzenfahrzeug, Typ VW-LT 35, mit sechs Mann Besatzung und 90 PS Dieselmotorleistung eingesegnet werden.
Von 2000 bis 2002 war Oliver Henrichs als Wehrführer tätig. Während seiner Amtszeit sorgte er dafür, dass die Feuerwehr Faid eine Tragefahne anschaffen konnte. 2002 betrug die Personalstärke 35 aktive Feuerwehrkameraden, darunter 20 als Atemschutzgeräteträger. Alle Feuerwehrmänner haben mindestens die Ausbildung zum Truppführer absolviert.
Bei der Jahreshauptversammlung im November 2002 stellte Oliver Henrichs sein Amt als Wehrführer zur Verfügung und schlug den Kameraden Hans Jürgen Hennen vor. Dieser wurde gewählt und bestimmt seitdem die Geschicke der Wehr. Unter seiner Führung hatten die Faider Wehrmänner im Sommer 2003 an einem Tag drei Einsätze zu bewältigen.
Der Aufgabenbereich der Feuerwehren hat sich im Laufe der letzten Jahre und Jahrzehnte erheblich verändert. Mussten früher die Wehren nur zu Brandeinsätzen ausrücken, so sind diese heute „Mädchen für alles“. Egal ob Verkehrsunfälle, Ölspurbeseitigungen, Personensuchen, Wachsicherungsdienste bei Veranstaltungen, technische Hilfeleistungen aller Art, Umweltschutzeinsätzen, Unterstützung der Moselwehren bei Hochwassereinsätzen, oder nur als Absicherungsposten bei Veranstaltungen wie Martins- oder Fastnachtsumzug.
Die Freiwillige Feuerwehr Faid macht neben dem eigentlichen Feuerwehrdienst auch sehr viele Arbeiten für das gesamte Dorferscheinungsbild, als auch für die Dorfbevölkerung. Alle zwei Jahre werden schöne und originelle, selbst produzierte Kappensitzungen veranstaltet.
Die Wehr baute den Walderholungsplatz Bohnert Kump und restaurierte den alten Dorfbrunnen. Bei den Altentagen tritt die Sängergruppe der Wehr auf und unterhält die Senioren, welche von der Feuerwehr ein Weihnachtsgeschenk erhalten. Der St. Martins- und Karnevalsumzug wird abgesichert, die Fahnenabordnung begleitet die Fronleichnamsprozession und der Baldachin wird von den Feuerwehrmännern getragen.
In den letzten 80 Jahren entwickelte sich Faid vom Bauerndorf zur modernen Ortsgemeinde mit fast 1300 Einwohnern. Die Freiwillige Feuerwehr wuchs mit und veränderte sich von der kleinen Dorffeuerwehr mit Handdruckspritze und Ledereimern zur modernen, schlagkräftigen Feuerwehr mit vielfältigem Einsatzspektrum.
Die Anforderungen wachsen weiter, die Faider Wehr wird sich ihnen, wie auch bisher, erfolgreich zum Schutz und zur Sicherheit aller Einwohner der Gemeinde Faid stellen.
Weitergeführt von Frank Zenz, im August 2006
Im
Dezember 2005 ging für unsere Wehr ein lange gehegter Wunsch in Erfüllung.
Bedingt durch den schlechten Zustand unserer Unterkunft wurde durch die
Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier der Umzug in ein neues
Feuerwehrgerätehaus genehmigt.
Die
Verhandlungen zwischen Verbandsgemeinde und Ortsgemeinde kamen, durch die
vorangegangenen Neubesetzungen einiger politischer Ämter, zügig voran, so dass
bereits im April 2006 mit dem Umbau der Garagen im Gemeindehaus begonnen werden
konnte.
Im
Februar 2006 stand die Faider Wehr vor einer Lage, die bisher in unserer Region
keine Rolle gespielt hat. Es wurde befürchtet, dass die mittlerweile weltweit
verbreitete Geflügelpest auch am Kreis Cochem-Zell nicht vorbei ziehen würde.
Einige
unserer Gruppenführer wurden speziell für diese Einsätze ausgebildet. Die
Atemschutzgeräteträger wurden in den nächsten Monaten besonders gefordert.
Unser
Einsatzgebiet umfasste alle Ortschaften, nördlich der Mosel, im Bereich der VG
Cochem-Land. Es folgten viele Einsätze bei denen tote Vögel geborgen und zum
Kreisveterinäramt verbracht werden mussten.
Glücklicherweise wurde bei allen sichergestellten Tieren, durch das
Landesuntersuchungsamt in Koblenz, ein negativer Befund festgestellt.
Im Mai
2006 wurde erstmals in der Geschichte unsere Feuerwehr ein neuer
stellvertretender Wehrführer gewählt, der nicht gleichzeitig auch
2.
Vorsitzender des Fördervereins ist. Mit der Wahl von Achim Junglas zum
stellvertretenden Wehrführer wurde die Trennung der bisher vereinten Posten
eingeläutet.
Nach rund 1000 Stunden erbrachter Eigenleistung konnte am 13. August 2006, im Rahmen der Faider Kirmes, das nun fertig gestellte neue Gerätehaus eingesegnet werden. Im Vorfeld zahlte die Verbandsgemeinde 90.000 € an die Gemeinde für die Räumlichkeiten im Gemeindehaus. Weitere 16.000 € Ausgaben fielen noch für Baumaterial und Ausstattung der Garagen an.
Zeitgleich mit
dem Umzug in die neue zeitgemäße Unterkunft erhielt unsere Wehr noch einen
weiteren Auftrag. Die Feuerwehr Faid wurde damit beauftragt den Brand- und
Katastrophenschutz im neu entstandenen Ferien- und Golfresort auf dem
Ediger-Ellerer Berg mit sicherzustellen. Bei diesem Auftrag arbeiten wir eng mit
den Wehren aus Dohr, Ediger-Eller und Brauheck zusammen, da dieser Auftrag nicht
alleine durch eine TSF-Wehr erledigt werden kann. Zu dem Gefahrenpotential der
rund 500 Ferienhäuser kommen noch ein Hallenbad, eine Großküche, ein
Schnellimbiss und der restliche Gastronomiebereich hinzu.
An dem
taktischen Einsatzwert unserer Wehr wurde allerdings nichts verändert.